PIDES – Senioren-Mentoring für den Berufseinstieg

Das Projekt PIDES* „Senioren-Mentoring für den Berufseinstieg“ der Arbeiterwohlfahrt Regionalverband Rhein-Erft & Euskirchen e.V. ist ein Generationenprojekt zur Unterstützung benachteiligter Jugendlicher.

Aktive Menschen der Generation 50 plus begleiten ehrenamtlich in einer Art Patenschaft junge Menschen am schwierigen Übergang Schule/Beruf. Als Mentor und Mentorin können Sie Jugendliche, die schulische Probleme haben, denen die familiäre Unterstützung fehlt und die den gesellschaftlichen Anforderungen nicht gewachsen sind, unterstützen und mit ihnen gemeinsame Schritte gehen, um eine Berufs- und Lebensperspektive zu entwickeln.
Auf dieser Seite finden Menschen, die an dieser ehrenamtlichen Arbeit interessiert sind, weitere Informationen, aber auch Jugendliche und Förderer können hier einen Überblick über unsere Arbeit erhalten.

Das Generationenprojekt PIDES wird gefördert vom Kreis Euskirchen und der Bürgerstiftung der Kreissparkasse Euskirchen

 

PIDES – Ausbildungspaten gesucht!

Lassen Sie junge Menschen von Ihrer Berufs – und Lebenserfahrung profitieren!

Das Generationenprojekt PIDES des AWO Regionalverbandes Rhein-Erft & Euskirchen sucht aktive Menschen der Generation 50 Plus, die ehrenamtlich chancenarme Jugendliche beim schwierigen Übergang Schule/Beruf begleiten möchten. Willkommen ist jede/r, die/der an einer Mitarbeit interessiert ist!

Diese kann z.B. in der Unterstützung beim Erreichen des angestrebten Schulabschlusses bestehen, Hilfe bei der Praktikums- und Ausbildungsplatzsuche oder der Berufs- und Lebensplanung, sowie bei drohenden Ausbildungsabbrüchen. In den letzten Jahren sind außerdem vermehrt junge Flüchtlinge hinzugekommen, die sprachliche und schulische Defizite haben und/oder Beistand bei der Bewältigung des Alltagslebens benötigen.

Das vom Kreis Euskirchen geförderte Projekt engagiert sich kreisweit und arbeitet intensiv mit den Berufskollegs in Euskirchen und Kall, aber auch mit anderen Schulen und Institutionen zusammen. Fachliche Begleitung durch die erfahrene Projektleiterin, enge Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit, Austauschtreffen und Fortbildungen geben Ihrer Tätigkeit den nötigen Rückhalt. Fahrkostenerstattung und Versicherungsschutz sind gegeben.

Sie haben auch nach ihrem Berufsleben Lust auf eine sinnvolle und anspruchsvolle Tätigkeit? Sie haben Interesse an den Lebenswelten junger Menschen und verfügen über Geduld und Zuversicht?

Dann melden Sie sich bei der Projektleiterin Astrid Thürnau

 

Aktuelles im Projekt Pides

Ausbildungspaten NRW –Kräfte bündeln und voneinander lernen. Im Netzwerk erfolgreicher

Ankündigung:


Der Übergang von der Schule in den Beruf ist eine wichtige Phase im Leben junger Menschen. Hier wird eine wesentliche Grundlage für ein erfülltes Arbeitsleben sowie persönlichen und wirtschaftlichen Erfolg gelegt. Patenschaftsprojekte leisten einen wichtigen Beitrag zur Berufsorientierung und Integration. Zugleich stellen gesellschaftliche Veränderungen, wie etwa die Corona Pandemie, Patenschaftsprojekte vor große Herausforderungen. Im Netzwerk der Ausbildungspaten NRW gibt es 36 Ausbildungspatenprojekte. Ein starkes Netzwerk hilft, die Kräfte zu bündeln und Herausforderungen gemeinsam zu meistern. Mit der kostenfreien und digitalen Veranstaltungsreihe möchten wir Akteuren von Patenschaften Anregungen für die eigene Praxis geben. Die kostenfreie Teilnahme an Einzelterminen ist möglich.

5.5. Digital, analog, hybrid – Gute Praxis für Patenschaften.
Die Pandemie hat uns gezwungen, auf altbewährte Kommunikationsstrukturen zu verzichten. Sie hat gleichzeitig Möglichkeiten eröffnet, auf andere Weise in Kontakt zu kommen. Wie gestalteten sich ehrenamtliche Patenschaften in Coronazeiten, was ging gar nicht und was können wir auch in Zukunft nutzen?
Link zur Teilnahme an der Veranstaltung am 5.5.2022 18:30 Uhr

2.6. Sprachlos? Tipps für das Verstehen und Fördern von Neu-Zugewanderten und Geflüchteten.
Sprache ist das wichtigste, um in Deutschland anzukommen. Neben professionellen Angeboten, kann auch die ehrenamtliche Unterstützung durch einen Paten/eine Patin viel bewirken. Was können Ehrenamtliche leisten, ohne sich überfordert zu fühlen?
Link zur Teilnahme an der Veranstaltung am 2.6.2022 18:30 Uhr

7.7. Bausteine auf dem langen Weg zum Erfolg.
Mit der Zielgruppe „benachteiligte Jugendliche“ ist der Weg zur Ausbildung oft länger: Es gibt meist physische, psychische Einschränkungen und Geflüchtete, die sich noch zurecht finden müssen. Eine erfolgreiche Patenschaft bedeutet nicht nur, dass eine Ausbildung gefunden wurde. Soziales Ehrenamt legt den Schwerpunkt nicht nur auf harte Faktoren, sondern auch weiche Erfolgsfaktoren. Was sind weiche Erfolgsfaktoren und wie kann ich diese sichtbar machen?
Link zur Teilnahme an der Veranstaltung am 7.7.2022 18:30 Uhr

4.8. Übergänge begleiten, Abbrüche verkraften.
Patenschaften begleiten beim Übergang von Schule und Beruf. Manchmal enden Patenschaften vorzeitig, auch Ausbildung können vorzeitig abgebrochen werden. Mit der letzten Veranstaltung unserer Reihe möchten wir das Thema: Übergang + Abbruch behandeln. Was gibt es für Gründe und Auslöser?
Link zur Teilnahme an der Veranstaltung am 4.8.2022 18:30 Uhr

Leitung und persönliche Ansprechpartner:innen für die Veranstaltungsreihe:
Astrid THÜRNAU (Pides, AWO Rhein-Erft Euskirchen); Sandra BERGES (AusbildungsPat*innen, Deutsches Rotes Kreuz Oberbergischer Kreis); Dr. Michaela HARMEIER (PfAu – Paten für Ausbildung, Freiwilligen-Agentur Diakonie); Anette MESSING (Bergischer AusbildungsPate, IPD Stiftung); Peter JENDREIKO (AusbildungsPaten im Kreis Recklinghausen e. V.)

Ein Patenprojekt mit großer Wirkung

Euskirchen. „Nur ein Nachmittag in der Woche reicht aus, um viele junge, benachteiligte Menschen auf die Schiene zu setzen“, versichert Uwe Koch. Der 79-Jährige muss es wissen: Nach seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2009 begann Koch, als ehrenamtlicher Mentor im Pides-Projekt des Awo-Regionalverbandes Rhein-Erft & Euskirchen zu arbeiten. 90 Jugendliche begleitete der ehemalige Marketingberater über kürzere und teilweise auch sehr lange Zeiträume und half ihnen, ihren Weg in ein eigenständiges Berufsleben zu meistern.

„Manchmal muss man die jungen Menschen nach dem Ende ihrer Schulzeit einzeln an die Hand nehmen und schauen, wie und wo man helfen kann“, sagte Koch im Rahmen eines Pressegesprächs. Manche der Jugendlichen kämen aus Elternhäusern, in denen kein Deutsch gesprochen werde, andere hätten wenig Rückhalt in der Familie. Für ihn sei es überaus hilfreich gewesen, seine eigenen Netzwerke zu bedienen: „Einem Mädchen habe ich bei meinem Steuerberater einen Praktikumsplatz verschaffen können. Für mich war es natürlich leicht, eine Brücke zu schlagen. Das Mädchen alleine hätte das nicht geschafft.“ Letztlich habe die junge Frau eine Lehrstelle bekommen und erfolgreich beendet.

Astrid Thürnau, die im Frühjahr die Pides-Projektleitung übernommen hat, betonte, dass Mentoren aus allen beruflichen Richtungen willkommen seien. Voraussetzung sei die Bereitschaft, sich einzulassen, Geduld zu zeigen, auch mal Nachhilfe zu geben, bei Behördengängen zu begleiten und bei der Berufsorientierung zu unterstützen. Allein gelassen würde dabei niemand: Nicht nur sie würde fachlich unterstützen, Rückhalt für die Ausbildungspaten gebe es auch durch die enge Zusammenarbeit mit den Schulsozialarbeitern sowie durch Austauschtreffen und Fortbildungen.

Wie gut ein Tandem aus Mentor und Jugendlichem funktionieren kann, erzählte Uwe Koch mit spürbarer Begeisterung für das Ehrenamt, das er nun wegen Corona und aus Altersgründen ruhen lassen will: Hamzeh Alderi, ein junger Syrer, der mit 17 Jahren alleine aus seiner Heimat flüchtete und ohne jegliche Sprachkenntnisse in Deutschland ankam, hatte eigentlich Zahnarzt werden wollen. Im August 2016 habe er den Jungen kennengelernt, der schnell Vertrauen zu ihm aufgebaut und dem er über die Jahre „väterlich unter die Arme gegriffen“ habe.

Monatelang, so Koch, habe er mit Hamzeh diskutiert, welche berufliche Richtung für ihn infrage käme. Denn ein Studium sei aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse nicht möglich gewesen. „Schließlich kamen wir auf die Idee, dass er Krankenpfleger werden könne.“ Uwe Koch organisierte ein Praktikum im Marien-Hospital, bei dem er „einen gewinnenden Eindruck hinterließ“. Letztlich nahm die Krankenpflegeschule Hamzeh auf, und er absolvierte seine Ausbildung, „die er 2020 mit der Note 2,3 beendet hat“, wie Koch nicht ohne Stolz berichtete. Mittlerweile mache Hamzeh Alderi, zu dem der Kontakt nicht abgerissen sei, neben der Arbeit im Krankenhaus ein Fernstudium zum Gesundheitsmanager. Uwe Koch: „Der junge Mann ist ein voller Gewinn für unsere Gesellschaft.“

Corona hat auch das Pides-Projekt ausgebremst — nicht nur, dass die Feier zum runden Geburtstag ins Wasser fallen musste, es sind auch viele Ehrenamtliche abgesprungen. Nun gelte es, das Projekt „mit Volldampf wieder nach vorne zu bringen“, so Thürnau. Zumal durch Corona „die Defizite mancher Jugendlicher größer sind denn je“.

Bewerbungstraining

Zwei Mentorinnen und ein Mentor des Projektes unterstützen die Schulsozialarbeit der AWO am Thomas-Eßer-Berufskolleg in Euskirchen. Mit Schülerinnen und Schülern der Ausbildungsvorbereitung wurden in den letzten Wochen Bewerbungsunterlagen erstellt, anschließend wurden Bewerbungsgespräche durchgeführt. Interesse an der individuellen Lebenssituation, konstruktives Feedback und ganz viel Ermutigung als Gewinn auf der einen Seite, Kontakt mit jungen Menschen und eine hohe Wertschätzung für die Kompetenz und Lebenserfahrung als Gewinn auf der anderen Seite.


Projekt PIDES ist Mitglied im Netzwerk AusbildungsPatenProjekte

* der Name PIDES:
PIDES war ursprünglich die Abkürzung für das Vorläufer EU Projekt mit dem Namen « Projet intergenerationel pour le developpement de l’économie sociale ». Der Name hat sich gehalten.